Warum beim zweiten Aufbau am meisten kaputtgeht
Möbel aus Spanplatte vertragen zwei bis drei Auf- und Abbauten. Danach halten die Dübellöcher nicht mehr, weil das Material beim Ausdrehen ausbricht. Das ist kein Mangel, sondern die Bauweise.
Wir arbeiten deshalb mit Gefühl statt mit Drehmoment: von Hand vorgedreht, am Ende leicht nachgezogen, und bei ausgeleierten Löchern mit Holzleim und Rundstab nachgeholfen. Das kostet ein paar Minuten je Verbindung und verlängert die Lebensdauer um Jahre.
Bei Stücken, die schon zweimal umgezogen sind, sagen wir Ihnen vorher, wenn wir Zweifel haben. Manchmal ist der ehrlichste Rat, ein Möbel am alten Ort zu lassen.
Wie wir mit Beschlägen umgehen
Jedes zerlegte Möbel bekommt seinen eigenen Beutel, und dieser Beutel wird am Möbelstück befestigt, nicht in eine Sammelkiste geworfen. Wer schon einmal vor einem Berg gemischter Schrauben stand, weiß warum.
Auf dem Beutel steht, zu welchem Stück er gehört. Bei Schränken mit mehreren Türen kommt dazu, welche Tür wohin gehört, weil die Bohrungen selten gleich sind.
Falls noch vorhanden, nehmen wir die Aufbauanleitung mit. Zwei Kleinigkeiten machen am Zielort viel aus: die Anleitung und etwas Freifläche mitten im Zimmer.
Küchen sind ein eigener Fall
Eine Küche abzunehmen und wieder zu setzen kostet ab 265 Euro. Darin enthalten sind Abbau, Transport der Teile und Wiederaufbau samt Ausrichten der Fronten. Nicht enthalten ist alles, was an eine Leitung geht.
Gas, Wasser und Strom bleiben einem Fachbetrieb vorbehalten. Das ist keine Vorsicht, sondern Vorschrift, und keine Versicherung deckt es ab, wenn ein Umzugsunternehmen eine Gasleitung anschließt.
Arbeitsplatten aus Naturstein nehmen wir nur ab, wenn sie nicht verklebt sind. Verklebte Platten brechen beim Lösen fast immer, und das sagen wir vorher.
Wenn ein Schrank nicht steht, wie er soll
Ein Schrank, der sauber steht, hält Jahre. Entscheidend ist der Boden, und in Altbauten ist der selten eben. Wir richten mit Keilen und verstellbaren Füßen aus, bis die Türen von allein stehen bleiben, statt zuzufallen oder aufzuschwingen.
Hohe Schränke werden an der Wand gesichert, auch wenn danach niemand mehr daran denkt. In Haushalten mit Kindern ist das kein Zusatz, sondern selbstverständlich.
Zum Schluss werden Türen und Schubladen eingestellt. Das dauert zehn Minuten und ist der Unterschied zwischen einem aufgebauten und einem fertigen Möbel.